Hintergründe

Lebensfreude, Freundschaft und Willenskraft
HASTA LA VISTA ist eine Geschichte über Liebe, bedingungslose Freundschaft und Lust. Eine Geschichte über Humor – als dem einzigen Mittel, um schmerzvolle Situationen zu meistern. Und eine Geschichte über intensive Sehnsucht – als dem mächtigsten Motiv, um Grenzen zu überschreiten. Der Mensch wird von Sehnsucht angetrieben. Sie befähigt ihn dazu, Dinge zu erreichen, die er nie für möglich gehalten hat. Dabei ist die Erfüllung dieser Sehnsucht oft sekundär. HASTA LA VISTA ist ein 'Road Movie’, in dem die Reise wichtiger als das Ziel ist.

Lars, Philip und Joseph begeben sich auf eine besondere Mission, aber auf höherer Ebene ist ihre Reise ein Kampf um Unabhängigkeit ebenso wie ein Kampf um Liebe und Freundschaft, bei dem sie ihre Einschränkungen zu überwinden versuchen. In vielen Fällen müssen sich die drei aufeinander und auf die von ihnen angeheuerte Helferin Claude verlassen. In der Konfrontation mit ihren eigenen Beschränkungen und Fähigkeiten entfaltet sich ein komplexes Zusammenspiel. Mit jedem Kilometer spielt die Erfahrung der Reise und die Freundschaft, die dabei entsteht, eine bedeutendere Rolle als der Besuch in dem Bordell 'El Cielo’.

Ein Leben mit einer körperlichen Behinderung ist gleich bedeutend mit einer endlosen Liste an Beschränkungen. Selbst bei den einfachsten alltäglichen Verrichtungen ist man von anderen abhängig. Zwar mag ein Betroffener von Liebe, Hingabe und Engagement umgeben sein, aber was ist, wenn er mehr als das will?

Wir alle leben in einem Körper, der ebenso wie unser Geist Zärtlichkeit, Zuneigung, Entspannung und Leidenschaft braucht. Für uns ist das offensichtlich, aber für jemand, der infolge einer physischen Behinderung keine Kontrolle über seinen Körper hat, ist es der Grund für tiefe Frustration.

HASTA LA VISTA ist ein Film über wahre Freundschaft. In der Art und Weise, in der sich Lars, Philip und Joseph gegenseitig veralbern, zeigt sich tiefe Zuneigung. Es sind nicht wir, die sich über sie lustig machen, sondern sie tun das gegenseitig. Nur wahre Freunde können das vom anderen tolerieren. Und je weiter die Geschichte voranschreitet, desto stärker wird dieses Gefühl. Die drei Freunde sind sich der Schwächen des anderen bewusst und akzeptieren sie. Egal ob behindert oder nicht, wir alle haben Schwächen und Beschränkungen. Und kämpfen wir nicht alle darum, unsere Träume zu verwirklichen?
- Geoffrey Enthoven (Regie)

Boys just wanna have... von Ian Mundell
Geoffrey Enthovens Vorliebe für Tabuthemen wie Alter, Depression und Tod führt dazu, dass seine Filme gelegentlich schwierig zu finanzieren sind. Nicht so im Falle von HASTA LA VISTA, der Geschichte von drei jungen Männern, die nach Spanien fahren, um ihre Unschuld in einem Spezial-Bordell zu verlieren. "Wir wurden mit Geld überschüttet", meint der Regisseur. "Jeder wollte den Film sehen."

Seiner Ansicht nach rührt der Reiz der Geschichte auch daher, dass sich hinter der skurrilen Geschichte eine allgemein gültige Erfahrung verbirgt.

"Letztlich handelt sie von drei Männern, die im Urlaub Frauen aufreißen wollen. Darin kann sich jeder wiederfinden." Ausgangspunkt für den Film war die BBC-Dokumentation "For One Night Only", die Asta Philpot und zwei andere Behinderte auf der Reise zu einem auf die Bedürfnisse von Behinderten ausgerichteten Bordell nach Spanien begleitete. Philpot, der von Geburt an an Arthrogryposis, einer Form der Gelenksteife, leidet, kann den Großteil seines Körpers nicht bewegen.

Sein eigenes Leben änderte sich, als er seine Unschuld auf diese Weise verlor und er wollte diese Erfahrung mit anderen Männern teilen, die nie sexuelle Intimität gekannt hatten. "Dieser Typ ist so positiv", erinnert sich Enthoven.

"Die Dokumentation machte auf uns gewaltigen Eindruck." Mariano Vanhoof, Enthovens Partner in der Produktionsfirma Fobic Films, hatte die Idee, daraus einen Film zu entwickeln. Er kontaktierte Philpot, der von dem Vorhaben angetan war, und gemeinsam entwickelten sie ein Treatment. Die Drehbuchfassung übernahm Pierre De Clercq, der in Flandern vor allem für die Komödie MAN ZKT VROUW (2007) und seine TV-Serie "Windkracht 10" und den zugehörigen Kinofilm WINDKRACHT 10: KOKSIJDE RESCUE (Windstärke 10 – Einsatz auf See, 2006) sowie die Filmkomödie VERLENGD WEEKEND (2005) bekannt ist. "Das war das erste Mal, dass ich mit Pierre arbeitete, und es lief wirklich gut", so Enthoven. "Ich glaube, das ist sein bestes Drehbuch."

Von Anfang an war klar, dass es nicht ausreichte, die Dokumentation 1:1 zu kopieren. "Hier handelt es sich um einen Film, und deshalb muss das Ganze auch ein großes Abenteuer und eine ausgewöhnliche Erfahrung sein," meint Enthoven. Während Philpot die Reise mit seinen Eltern unternahm, entschließen sich die drei Figuren in HASTA LA VISTA – Philip, Lars und Jozef – allein zu fahren.

Ihre Eltern haben nichts dagegen, so lange sie von einer Krankenschwester betreut werden und die Ärzte bestätigen, dass alles risikolos ist. Lars’ Doktor jedoch hat Einwände und meint, sein Zustand könnte jederzeit lebensbedrohlich werden. So scheint es erst, als würden die Drei ihren Trip abblasen, doch dann entschließen sie sich, trotzdem zu fahren. Sie schließen einen Vertrag mit einem weniger  formellen Betreuer und entwischen ihren Eltern.

Laut Enthoven waren der Abenteuercharakter und Lars’ riskanter Zustand der entscheidende Grund für den Erfolg des Treatments: "Das treibt alle Figuren an, ihre wahre Persönlichkeit zu offenbaren. Das ist gut für die Geschichte. Sie fokussiert sich im Lauf der Handlung immer weniger auf das Ziel 'Sex’, denn es geht hier vor allem um Freundschaft. An mehreren Stellen der Geschichte kann man sehen, wie Freundschaft funktioniert. Es geht nicht einfach darum, nett zueinander zu sein, sondern um Ehrlichkeit. Man versteht, dass man den anderen braucht."

Mit seinen tragikomischen Charakteren versucht Enthoven eine tiefgreifendere Reflexion über das Leben zu vermitteln – von dem reizbaren Rentner in VIDANGE PERDUE (2006), der sein Leben noch einmal umkrempeln will, bis zu dem Oma-Trio in MEISJES (2009), das eine R & B-Gruppe gründen möchte. "Das Leben ist hart, das Leben ist traurig, aber du kannst auch darüber lachen", erklärt der Regisseur. "Sobald du das Leben mit Humor nehmen kannst, entdeckst Du neue Perspektiven." Diesen Vorteil spürt er selbst. "Wenn ich solche Filme drehe und über derartige Themen spreche, dann hilft mir das, das Leben so zu akzeptieren, wie es ist. Und wenn das auf mich zutrifft, dann kann ich hoffentlich auch anderen Leuten helfen."
Hasta la Vista - Kinostart
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